Motiv Tuberkulose

Ambulanz für Tuberkulose und nichttuberkulöse Mykobakteriose

Die Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin verfügt am Campus Virchow-Klinikum über eine spezialisierte Ambulanz für Patienten mit Verdacht auf Tuberkulose oder gesicherter Tuberkulose sowie Patienten mit nichttuberkulöser Mykobakteriose.

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Behandlungsspektrum

Diese Ambulanz ist auf die Diagnose und Behandlung von Tuberkulose und nicht-tuberkulöse Mykobakteriosen spezialisiert.

Was ist eine Tuberkulose?

Tuberkulose ist eine weltweit weitverbreitete Infektionskrankheit, die durch Mykobakterien, meist dem Erreger Mycobacterium tuberculosis, hervorgerufen wird. Der Erreger wird in der Regel in Innenräumen über die Luft von Mensch zu Mensch übertragen, z.B. beim Sprechen, Husten oder Niesen.

Doch nicht jede infizierte Kontaktperson erkrankt. Nur bei rund jedem zehnten Infizierten bricht die Erkrankung aktiv aus und es treten Symptome wie Fieber, Nachtschweiß, Schwächegefühl und Husten auf. Die meisten Infizierten sind mit einer sogenannten latenten Tuberkulose beschwerdefrei. Die Erkrankung kann jedoch auch Jahre oder Jahrzehnte später noch ausbrechen.

Die Tuberkulose befällt am häufigsten die Lunge, kann jedoch auch andere Organe wie die Lymphknoten oder Knochen befallen. Bei fortgeschrittener Infektion der Lunge kommt es zur "offenen" Tuberkulose, d. h. der Erkrankte ist ansteckend, insbesondere bei engem Kontakt in geschlossenen Räumen.

Da kleine Kinder besonders anfällig für eine Tuberkulose sind, steht die Klinik in engem Kontakt mit der Kinderklinik der Charité, wo kleine Tuberkulose-Patienten untersucht und behandelt werden.

Was ist eine nichttuberkulöse Mykobakteriose?

Eine nichttuberkulöse Mykobakteriose ist eine Infektion mit nicht-tuberkulösen Mykobakterien.

Im Gegensatz zu Tuberkulose-Patienten haben sich Patienten mit einer nichttuberkulösen Mykobakteriose nicht durch den Kontakt zu infizierten Menschen angesteckt, sondern durch den Kontakt zur Umwelt - vor allem zu Erde oder Gewässern.

Ansonsten ähnelt eine Infektion mit nichttuberkulösen Mykobakterien (NTM) der Tuberkulose: Auch diese Bakterien befallen unter Umständen verschiedene Organe, am häufigsten jedoch die Lunge. Und auch in diesen Fällen bricht die Erkrankung nicht bei jedem Infizierten aktiv aus, sondern es erkranken vorrangig Menschen mit geschwächtem Immunsystem.  Insofern sind auch die Diagnostik und Therapie ähnlich.

Leistungsspektrum

Das Leistungsspektrum der Ambulanz umfasst u.a.:

  • Beratung zu Diagnostik, Therapie und Schutzmaßnahmen
  • Anpassung der Therapie bei Resistenzen oder Medikamentenunverträglichkeiten
  • Überwachung möglicher Nebenwirkungen
  • Unterstützung der Motivation bei langer Therapiedauer

Informationen zur Diagnostik

Wenn eine Tuberkulose die Lunge befällt, leiden die Patienten meist unter Husten mit Auswurf (Sputum).

Im Röntgenbild der Lunge ergeben sich dann in der Regel charakteristische Hinweise auf eine Tuberkulose.

Mithilfe einer mikroskopischen und mikrobiologischen Analyse des Sputums sowie Bluttests kann die Diagnose bestätigt werden.

Manchmal ist für die Diagnostik darüber hinaus eine Bronchoskopie erforderlich.

Informationen zur Therapie

Eine frühzeitig erkannte Tuberkulose ist heutzutage sehr gut behandelbar. Die Behandlung erfolgt durch die Gabe spezifischer Antibiotika und erstreckt sich in der Regel über einen Zeitraum von sechs Monaten. Dabei werden im Normalfall zunächst vier verschiedene Antibiotika verordnet, die ab dem dritten Monat auf zwei reduziert werden. Nach einigen Wochen erfolgreicher Therapie ist die Erkrankung schließlich in der Regel nicht mehr infektiös.

Bei schwer kranken oder sehr ansteckenden Patienten ist eine stationäre Aufnahme zur Isolierbehandlung nötig.

In seltenen Fällen (resistente Tuberkulose) ist bei Nichtwirksamkeit der Standardtherapie eine Therapie mit Reservemedikamenten erforderlich.

Kontakt

Motiv Südring 9

Bitte zum vereinbarten Termin mitbringen:

  • Überweisung (ausgestellt im aktuellen Quartal)
  • Krankenversicherungskarte (und Personalausweis zum Abgleich)
  • Medikamentenplan
  • Bei Erstvorstellung: alle Vorbefunde (Laborwerte, Arztbriefe, Röntgen- und CT-Bilder), sofern die Vorbehandlung nicht in der Charité stattgefunden hat;